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Neupotz – Terroirwandertag Auenwälder, Fisch und Wilder Wein

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Mitten in Deutschland, zwischen Karlsruhe und Mannheim, finden sich rechts und links des Rheins, mit seinen gemütlich dahingleitenden Schiffen, noch Reste einer urtümlichen Auenlandschaft. Die wenigen in unserer Zeit noch regelmäßig überfluteten Auenbereiche Mitteleuropas, die noch nicht den rigiden Flussbegradigungen der letzten hundert Jahre zum Opfer gefallen sind, gehören zu den produktivsten Öko-Systemen unserer gemäßigten Breiten. Bis zu seiner Regulierung und Begradigung im frühen 19. Jahrhundert mäandrierte der Rhein in der Oberrheinischen Tiefebene in unzähligen Schleifen und Schlingen und änderte über die Jahrtausende beständig seinen Lauf. Der frühe Schiffsverkehr war daher nur mit genauen Kenntnissen des Flußverlaufes möglich. Eine Fahrt flussaufwärts nur durch Treideln, mit der Zugkraft von Menschen und Tier möglich.

Die Oberrheinlandschaft hat sich durch die Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert stark verändert. Wegen der Erhöhung der Fließgeschwindigkeit fiel der Grundwasserspiegel beträchtlich, wodurch Seitenarme trockenfielen und der Flussauen-Urwald stark zurückging.

Auch nach der Regulierung ist die Landschaft am Rhein durch die z.T. immer noch vorhandenen bzw. wieder ausgekiesten Altrheinarme geprägt. Auch dort, wo sich keine Wasserflächen mehr befinden, lassen sich noch ehemalige Rheinarme am Bewuchs, Zuschnitt der Flure und am Verlauf der Niederterrassen nachvollziehen.

Reiseinformationen

Neupotz – Terroirwandertag Auenwälder, Fisch und Wilder Wein
Pfalz
PAT-Pfalz-Aktiv-Tours
Reisetermine
12. Mai 2026 - .
01. Juni 2026 - .
09. September 2026 - .
individueller Zeitraum

Preis: 25,00 EUR
EZ-Zuschlag:
Saisonzuschlag*:
Teilnehmer: 10 - 16 Personen

Wird die Mindestteilnehmerzahl unterschritten berechnen wir nach Rücksprache eine zusätzliche Unkostenpauschale pro Teilnehmer.

Leistungen

Terroirwanderführung durch naturkundlich „bewanderten“ PAT Wein- und Wanderführer ab Sondernheim-Schleuse nach Neupotz. Tischreservierung in einem gemütlichen Restaurant.

Wanderung von ca. 3,5 Stunden auf Waldwegen und Pfaden.

Reiseverlauf

1. Tag

Begrüßung am Anglerheim in Neupotz um 9.30 Uhr.
Shuttletransfer mit Privat-PKWs zum S-Bahnhof Sondernheim (dritte Bahnstation ab Germersheim in Richtung Wörth), um Wanderfreunde, die per Bahn anreisen, mitzunehmen
10:00 Uhr: Kurzer Transfer mit Privat-PKWs der Teilnehmer zur Sondernheimer Schleuse.

Sondernheim ist eine alte Fischersiedlung, deren Gründung bereits auf das Jahr 1309 belegt ist. Für die Rheinschifffahrt von Bedeutung ist die Sonderheimer Schwelle. An dieser Untiefe in Höhe des Ortes, die durch härteres Gestein im Flussbett verursacht wird, musste früher und teilweise auch noch heute bei Niedrigwasser der Schiffsverkehr relativ früh eingestellt werden. Erst die motorisierte Rheinschifffahrt brachte für die ehemals 85 hauptberuflichen Fischern und Schiffsleute aus Sondernheim - zeitweise die größte Berufsgruppe in der Gemeinde - einen gewissen Wohlstand und die Öffnung zur großen, weiten Welt. Bedingt durch ihre genauen Kenntnisse der Untiefen vor Ort waren die Rheinschiffer aus Sondernheim begehrte Flußlotsen.

Unsere ca. 3-stündige Terroirwanderung führt entlang des Rheins durch die „Hördter Rheinaue“, dem zweitgrößten Naturschutzgebiet in Rheinland-Pfalz. Ein „Pfälzer Urwald“, von ganz eigentümlichem Reiz, der ihn von anderen Wäldern stark unterscheidet und ihn zu einem einzigartigen Naturdenkmal macht. Der Wanderer lernt hier nahezu das gesamte faszinierende Spektrum der unterschiedlichen Auen-Lebensgemeinschaften in der Überschneidungszone zwischen Land und Fluss kennen.

Entlang des Rheins mit seinen dicht an den Wanderern vorbeiziehenden Schiffen geht es hinein in die amphibische, verwunschene Welt des Auwald-Ökosystems mit Silberweidenwäldern, Altrheinarmen und Hartholzauenwäldern. Heimat einer reichen Flora und Fauna, die zu allen Jahreszeiten die Sinne anspricht.
Schön ist es im Frühling, wenn sich das blassgrüne Blätterwerk der Silberweiden mit dem hellen Gelb der Weidenkätzchen mischt.
Im frühen Sommer steht der Bärlauch in riesigen Feldern in voller Blüte und verbreitet seinen knoblauchartigen Geruch - eine Charakterpflanze der Hördter Aue. Genauso wie die Wassernuss, eine sehr wärmeliebende Pflanze.
Wenn im Herbst die Pegelstände fallen besiedeln Spezialisten wie der Wasserknöterich und der Tannenwedel die trocken gefallenen Schlickflächen.
Auch die Winterstimmung im Auenwald hat seine schönen Seiten. Nach starkem Frost bilden sich bedingt durch die Feuchtigkeit der Luft millimeterdicke Eispanzer auf den Zweigen. Bei Sonnenschein glitzert der Wald dann wie im Wintermärchen.

Mit etwas Glück entdeckt man einen Pirol im Geäst der Baumkronen oder man kann den blauschillernden Eisvogel oder einen Kormoran beim Fischfang beobachten. In der Paarungszeit queren Unken, Frösche und Süßwasserkrebse auf ihrer Partnersuche von Teich zu Teich, von Altarm zu Altarm, den Weg des Wanderers,

Eine sehr seltene und für Weinfreunde als auch Biologen kulturhistorisch und wissenschaftlich wertvolle pfälzische Pflanzenart der Rheinauen ist die Wilde Weinrebe. Die Europäische Wildrebe auch Wilder Weinstock oder Echter Wilder Wein genannt, ist eine Unterart von Vitis vinifera innerhalb der Gattung der Rebe (Vitis). Sie ist die Stammform unserer Kulturrebe und kommt nur noch an sehr wenigen Standorten in den Oberrheinauen vor. Die Wildform der Weinrebe zählt zu den bedrohtesten Pflanzen überhaupt und ist überall vom Aussterben bedroht.

Zählte der Botaniker Bronner (1857) noch Tausende Wilder Reben in den deutschen Rheinauen zwischen Rastatt und Mannheim, so ist deren Bestand inzwischen auf etwa 25 Pflanzen an wenigen geschützten Standorten zwischen Mannheim und Karlsruhe zusammengeschrumpft. Stirbt die Europäische Wildrebe aus, ist ein kostbares Reservoir von Genen, die für die Züchtung neuer Rebsorten wichtig sind, unwiederbringlich verloren.

Die Rheinaue selbst war bis ins 19. Jahrhundert hinein geprägt durch die periodischen Überflutungen der Rheinhochwasser, denen sich der Mensch jedoch anzupassen wusste. Die meisten Dörfer waren Fischerdörfer, deren Bevölkerung hauptsächlich vom Fischfang, als Korbmacher und von der Landwirtschaft lebte.
Dann nahm der Bauingenieur Johann G. Tulla im Auftrag der badischen Wasserbaubehörden im 19. Jahrhundert die erste große Rheinkorrektur mit den entsprechenden „Trockenlegungsmaßnahmen“ vor. Ihr folgte der Ausbau des Rheins zur Wasserstraße im 20. Jahrhundert mit allen ökologischen und ökonomischen Folgen, denen auch der gewerbemäßige Fischfang im Rhein bis auf ganz wenige Ausnahmen zum Opfer fiel.

Gegen Mittag erreichen wir das ehemaligen Fischerdorf Neupotz. Ein Fischerdorf wie es Beispielhaft für die Geschichte aller Fischerdörfer der Rheinniederungen steht, welche Opfer der Rheinbegradigungen wurden.
Als Überbleibsel der alten Fischertradition haben sich im alten Fischerort Neupotz einige Fischrestaurants erhalten, die teilweise noch fangfrischen Fisch aus dem Rhein (Aal, Hecht, Wells und Zander) auf ihrer Speisekarte anbieten.
Hier beenden wir unsere Auen-Wanderung mit einem zünftigen Fischessen - und - natürlich mit den dazu passenden Pfälzer Weinen (fakultativ).

15:30 Uhr: Individuelle Rückreise per PKW ab Neupotz oder per Bahn ab Rheinzabern.

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