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Italien / Südtirol – Kellereien, Burgen und Blauburgunder

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Hier die fesselnde, schneebedeckte Bergwelt der Alpen, dort die mediterran anmutenden, hügeligen Landschaften mit Palmen, Zypressen, Wein- und Obstgärten - das ist Südtirol. Wohl kaum eine andere Gegend Europas ist von so attraktiven Gegensätzen geprägt.  Wo alpines Kontinentalklima und mildes Mittelmeerklima aufeinander treffen, schuf der Mensch eine weltweit einzigartige Kulturlandschaft. Eine bunte und vielfältige Kulisse zwischen der lombardisch-venezianischen Tiefebene im Süden und den Höhen des nördlich gelegenen Tirol. Nur rund neun Prozent der Gesamtfläche Südtirols befinden sich unter 800 m Meereshöhe. Hier wachsen im besonders begünstigten Klima die Weine des Landes.

Im Norden bilden die Alpen einen schützenden Wall vor kalten Winden. Von Süden her macht sich der milde mediterrane Einfluss bemerkbar. An die durchschnittlich 1.800 Sonnenstunden sorgen jährlich dafür, dass sich die Weinrebe bei einer Tagesdurchschnittstemperatur von 18°C  hier ausgesprochen wohl fühlt. Eine gute Verteilung der Niederschlagsmengen sowie lockere, gut durchlüftete und leicht erwärmbare Böden tragen zur hohen Traubenqualität bei.

Rund 5.000 Weinbauern pflegen und ernten auf etwa 5.400 ha Rebflächen, was einmal zum genüsslichen Tropfen werden soll. Ihre Trauben liefern sie an rund 200 Betriebe, die diese in eine beeindruckende Palette an Weißweinen, Rotweinen und Sekte verwandeln. Rund 75 % der Weine stammen aus genossenschaftlich geführten Kellereien. Weitere 18 % der jährlichen Weinproduktion kommen aus Südtirols Weingütern, das sind Winzer mit eigenen Weinbergen und Traubenzukauf, die restlichen 7 % stellen die „Freien Weinbauern Südtirols“. Etwa 50% der Südtiroler Weine werden exportiert, dabei sind Italien und Deutschland die Hauptabnehmer.

Die Weine aus Südtirol haben seit den 1980er Jahren eine großartige Steigerung von der Quantität zur Qualität erlebt. Mit etwa 0.8% der italienischen Weinproduktion erhält Südtirol derzeit rund 12% der vergebenen Auszeichnungen vom „Gambero Rosso, Slow Food, Vini d’Italia, Espresso, Vitae oder anderen bedeutenden Weinführern Italiens.

Junge engagierte Winzer, die in Geisenheim oder anderen bedeutenden Weinschulen im In- und Ausland Önologie studiert haben bringen Jahr für Jahr exzellente Weine auf den Markt und gewinnen internationale Auszeichnungen. Die derzeitige Durchschnittsqualität der Weine ist auf höherem Niveau, als im übrigen Italien.

Südtirol, dessen Anteil an DOC-Weinen 98% beträgt (ital. Durchschnitt ist 10%) gehört heute zweifelsfrei zu den großen europäischen Weinbauregionen.

Eingebettet in eine atemberaubende Landschaft erkunden wir auf unserer Weinreise eine der ältesten Weinbauregionen des deutschsprachigen Raums und verbinden dies alles mit Besichtigungen von Weingütern sowie kulturellen, landschaftlichen und gastronomischen Höhepunkten.

Reiseinformationen

Italien / Südtirol – Kellereien, Burgen und Blauburgunder
Italien
Wein-Studien-Reisen
Reisetermine
03. Oktober 2026 - 10. Oktober 2026

Preis: 1480,- EUR ab / bis Neustadt-Böbig
EZ-Zuschlag: 210,- EUR
Saisonzuschlag*:
Teilnehmer: 28 - 35 Personen
20 - 28 Personen (Zuschlag 90,- EUR / Person)

Wird die Mindestteilnehmerzahl unterschritten berechnen wir nach Rücksprache eine zusätzliche Unkostenpauschale pro Teilnehmer.

Leistungen

Fahrt im komfortablen Fernreisebus ab / bis Neustadt.
6 x Übernachtung in 3* Hotels.
Reichhaltiges Frühstücksbuffet, Mahlzeiten wie angegeben (mit z.T. typischen Menüs der Region) ÜF = Übernachtung mit Frühstück / HP = Halbpension F/M = Frühstück im Hotel + Mittagsjause unterwegs in Weingütern, VP = Vollpension mit F/M/A.
Besichtigung des Klosters Neustift mit Weinprobe und Vesper.
10 Besichtigung verschiedener Weingüter mit Weinverkostungen und z.T. Mittagsvesper.
Besichtigung und Schnapsprobe in der Brennerei Psenner.
Deutschsprachige Reiseleitung durch Kultur- und Weinbotschafter Rudolf Hoffmann.

Reiseverlauf

1. Tag

Um 8 Uhr Abfahrt von Neustadt-Böbig Richtung Brixen / Südtirol.
Mittagessen „en Route“ (Selbstverpfleger-Picknick bzw. Stopp an Autobahnraststätte). Nach der langen Anfahrt tut etwas Bewegung gut. Kleiner Spaziergang durch den Ort und erstes gemeinsames Abendessen (fakultativ).
Zwei Übernachtungen Ü/F.

2. Tag

Die Tradition des Weinbaus im Eisacktal geht auf mehr als 800 Jahre v. Chr. zurück. Im Mittelalter priesen Dichter und Minnesänger wie Walther von der Vogelweide und Oswald von Wolkenstein in ihren Gedichten und Liedern den Klausner und Brixner Wein. Hier finden wir die Weinberge nur an den steilsten und wärmsten Hängen zwischen Atzwang im Süden und Neustift im Norden. Die Weinberge im Eisacktal liegen alle meistens steil zwischen 500 und 900 Höhenmetern. Warme Tage und kalte Nächte, arme, aber durchlässige und leicht erwärmbare Böden sind die perfekte Grundlage für fruchtige, frische, elegante und mineralische Weißweine.
Ganze 438 ha sind im Eisacktal mit Rebflächen geschützter Ursprungsbezeichnung bepflanzt. Das sind knappe 9% der gesamten Weinbaufläche Südtirols. Aufgrund der mineralischen Böden und des eher trockenen Klimas mit ca. 600 mm Niederschlag, welches sich durch große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht während der Reifezeit der Trauben auszeichnet, herrschen im Eisacktal ideale Bedingungen für den Weinanbau.
Die Weine des Eisacktales sind fast ausschließlich Weißweine (95%), und haben ihren besonderen Charakter. Auch Weißweinsorten, wie der elegante Pinot Grigio, der aromatische Kerner und der mineralische Riesling sind aufgrund dieses besonderen Standortes sehr eigenständige und beeindruckende Weine.

Als erstes besuchen wir das Kloster Neustift. Eines der bedeutendsten Weingütern und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Südtirol. Seine Bibliothek mit einzigartigen kostbaren Handschriften, die historische Pinakothek und der Kreuzgang, die barocke, dreischiffige Stiftskirche und die Rundkapelle der Engelsburg, sind Sehenswürdigkeiten von internationalem Rang.
Wir nehmen uns ausreichend Zeit die eindrucksvolle barocke Klosteranlage zu besichtigen.
Bei unseren Wein-Degustation im Kloster Neustift, können wir einen guten Eindruck und Überblick über die Weine des Eisacktales erhalten. Angebaut werden Müller Thurgau, Silvaner, Ruländer, Grüner Veltliner Gewürztraminer, Riesling und Kerner in zwei Qualitäts- Linien, die in ca. 800 000 0,75 l Flaschen abgefüllt werden.

Nach der Besichtigung des klösterlich ummauerten Weingartens und des Weinkellers stärken wir uns mit einer Weinverkostung und Südtiroler Jause.

Nachmittags besuchen wir unser nächstes Weingut in Feldthurns. Etwas oberhalb von Klausen liegt das Weingut Garlider mit einer atemberaubenden Aussicht auf das Eisacktal und die imposante Südtiroler Bergwelt. Dort bewirtschaftet Christian Kerschbaumer mit seiner Familie ca. vier Hektar Anbaufläche auf 540 bis 800 Höhenmeter, richtige Bergweine also. Die Bioland-zertifizierte Kellerei Garlider im Südtiroler Eisacktal arbeitet schon seit 2003 nach biologischen Grundsätzen.Seit dem Jahrgang 2009 sind die Weine BIO-zertifiziert.

Christian Kerschbaumer wird schon seit Jahren mit vielen Auszeichnungen geehrt. Drei Gläser vom Gambero Rosso, die 'Schnecke' von Slow Food – im Weinführer Slow Wine. Ihm gelang die Aufnahme unter die 100 besten Weine Italiens des 'Guida ai Migliori Vini d'Italia'. Höchstnoten im 'Guida de L'Espresso' zeugen vom hohen Qualitätsstandard seines kleinen, aber feinen Weingutes.

Anschließend bringt uns der Bus nach Brixen. Nachmittag zur freien Verfügung. Die gemütlichen Gassen der lebendigen Innenstadt, die altehrwürdigen Bürgerhäuser mit ihren Lauben, malerische Kirchen und der barocke Dom, zeugen von Brixens großer Vergangenheit. Der Besucher taucht ein in die Zeit der Gotik und des Barocks.
(F/M)

3. Tag

Besuch der Weingüter am unteren Eisacktal.

Nach dem Auschecken im Hotel fahren wir das Eisacktal hinab. Am Eingang des Bozner Beckens, auf ortstypischen Porphyrfels erbaut, besuchen wir den Erbhof Mayr-Unterganzner, wo die Familie Mayr seit dem Jahr 1629 Reben kultiviert.
Die Familie hat sich, allen modernen Entwicklungen zum Trotz, der Pergelkultur verschrieben. Allerdings wird die „Erziehung auf der Pergola“ so modifiziert, dass hohe Stockanzahlen pro Hektar gepaart mit niedrigen Stockerträgen die Qualität sichern. Bewusst verzichtet man hier auf Kunstdünger und Unkrautvernichtungsmittel.

Dem Lagrein, als wichtigster Weinsorte am Hof, wird besondere Augenmerk geschenkt: Durch jahrzehntelange Selektionsarbeit sind Rebabkömmlinge entstanden, die weiterhin höchste Weinqualität garantieren, bei der der „Lamarein“ die Spitze darstellt.
Obwohl das Hauptaugenmerk auf dem Wein liegt, werden im kleineren Maßstab auch Äpfel, Feigen, Kastanien und Oliven angebaut.

Mittagspause und Zeit zur freien Verfügung in Bozen. Gelegenheit zu einem kleinen Stadtbummel bzw. Mittagessen.

Nachmittags besuchen wir den neuen futuristischen Wein-Keller der Genossenschaft Bozen.
Die Kellerräume wurden unterirdisch angeordnet, die Verarbeitung erfolgt nach dem Schwerkraftprinzip, um die mechanischen Einwirkungen zu verringern. Die Büro- und Empfangsräume sind in einem Würfelförmigen Bau mit doppelter Fassade mit Traubenblattmuster untergebracht.
Mit modernsten Kellerverfahren, technischem Know-how, jahrzehntelanger Erfahrung und viel Liebe zum Produkt bringt die Kellerei Bozen, deren Ursprünge ins Jahr 1908 zurückgehen, unverwechselbare Weine von höchster Qualität und regionalem Charakter hervor. Heute gehört sie zu den absoluten Spitzenbetrieben Italiens. 224 Mitglieder bewirtschaften eine Fläche von 340 Hektar, in unterschiedlichen Höhen zwischen 200 bis 700 Metern.

Am Abend erreichen wir unser Hotel für die nächsten vier Nächte in Bozen. (F/A)

4. Tag

Besuch der Weingüter Kloster Muri Gries und Cantina Terlan.

Den heutigen Tag geht ins Weinbaugebiet Überetsch, für viele der Inbegriff Südtiroler Weinbautradition. Es liegt einladend zu Füßen des Mendelgebirges auf den sanften Hügeln des westlichen Etschtales zwischen Bozen und Tramin. Die beiden traditionsreichen Weinbaugemeinden Eppan und Kaltern sind zugleich auch die beiden größten Weinbaugemeinden Südtirols. Und der idyllisch gelegene und viel gerühmte Kalterersee schließlich gibt dem Ganzen sein mediterranes Gepräge.
Das warme Mikroklima am Kalterer See auf 230 - 280 m Meereshöhe begünstigt spät reifende sowie aromatische Traubensorten wie Gewürztraminer und Sauvignon blanc. Auch Blauburgunder, Merlot und Cabernet finden in den warmen Lagen ausgezeichnete Bedingungen vor, während in den höheren Kalterer Weinbergen Weißburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc fabelhaft gedeihen. Wogegen der Gewürztraminer Lagen bis 450 m ü.NN. bevorzugt.

Unser erster Besuch führt zum Kloster Muri Gries im Stadtteil Bozen-Gries.
Das Klosterweingut ist mehr als eine Kellerei. Hier führt nicht nur das Miteinander von klösterlichem Leben und betriebsamer Kellereiarbeit tagtäglich Regie, sondern auch die Arbeit in den eigenen 35 Hektar Weinbergen. Gelegen in den besten fluvialen Lagen in und um Bozen. Im Klosterweingut hat man sich ganz und gar der autochthonen Rebsorte Lagrein verschrieben, die nur in Südtirol auf etwa 300 ha angebaut wird, (z.T. mit alten Rebbeständen aus den 30er Jahren!). Einer Rebsorte, im 17. Jahrhundert aus dem Teroldego im Lagarina-Tal entstanden (daher der Name!), die sich in den klösterlichen Weinbergen scheinbar besonders wohl fühlt und Jahr für Jahr zu sehr ausdruckvollen Ergebnissen führt. Elegante Rotweine mit Identität, wunderbar komplex und bodenständig, die es schaffen sich klar vom internationalen Einheitsgeschmack abzuheben.
Der Lagrein blickt auf eine über vier Jahrhunderte währende Geschichte in Südtirol zurück. Ein Erbe, dem man sich in Muri Gries verpflichtet fühlt und dem man sich in besonderem Maße mit einem hauseigenen Lagenprojekt und intensiver Forschungsarbeit in Weinberg und Keller widmet.

Eine besondere Einzellage mit bestem Terroir liegt mitten in Gries, geschützt von der alten Klostermauer. Hier reift ein Spitzenlagrein, der „Weingarten Klosteranger“ heran. Ein echtes Aushängeschild des Klosterweingutes. Kenner behaupten in Kloster Muri Gries gedeiht der beste Lagrein Riserva von ganz Südtirol!
Die Klosterphilosophie setzt auf ausgefeilte Technologie in harmonischen Einklang mit den historischen Klostermauern, die sie umgeben. So beherbergt die ehemalige Augustinerstiftskirche den Gärkeller sowie die Edelstahlfässer für die Lagerung der Weißweine und im alten Burgkeller des Klosters reifen die Rotweine in großen Holzfässern und klassischen Barriques heran.

Nach der Mittagspause Fahrt nach Terlan zur Cantina Terlan.
Besichtigung und Weinprobe in der renommierten Kellerei mit ihrem hervorragenden Ruf für ihre langlebigen Weißweine.

In der Schatzkammer der Kellerei lagern viele Tausend Flaschen Weißwein. Die ältesten stammen noch aus den 1950er-Jahren. Verkostungen von Weinen aus dieser Schatzkammer belegen immer wieder eindrucksvoll ihr enormes Alterungspotenzial. Gereifte Weißweine aus Terlan sind mittlerweile weltweit geschätzt. Die für das Terlaner Weinbaugebiet typischen Böden aus Porphyrgestein sind für die Eigenständigkeit der Weine wesentlich mitverantwortlich.
Eine Spezialität der Terlaner Kellerei sind Sonderabfüllungen gereifter Jahrgänge, die für zehn Jahre und mehr in eigenen Stahltanks lagern. Diese Weine sind Sterne am internationalen Weißweinhimmel. Aber selbst der »normale« Terlaner ist ein großartiger Wein. Terlan hat derzeit eine Spitzenstellung im Südtiroler Wein.

„Die Weißweine der Kellerei Terlan sind die einzigen italienischen Weine, die in der Lage sind mit den edlen Tropfen der Bourgogne mitzuhalten." (Enzo Vizzari, direttore Guide dell’Espresso)

Rückfahrt ins Hotel. (F/A)

5. Tag

Wir besuchen den Vinschgau und Meran Der Vinschgau ist ein langgestrecktes Tal im Westen Südtirols, das sich vom Meraner Land bis an die Schweizer Grenze erstreckt. Mehrere Gebirgsmassive rahmen die uralte Kulturlandschaft ein. Die gewaltigen Gipfel der Ötztaler Alpen begrenzen den Vinschgau im Norden. Die mächtigen Dreitausender halten kalte und feuchte Luftmassen aus nördlichen Breiten von der Region fern und sorgen auf diese Weise für ein mildes Klima, das von warmen Strömungen aus dem Mittelmeerraum umschmeichelt wird. An den Südhängen der Ötztaler Alpen gedeihen daher Kastanien, Obstbäume und Wein in einem außerordentlich günstigen Klima.
Im Vinschgau wird seit über 800 Jahren nachweislich Wein angebaut. Die steilen Rebflächen, die Wärme am Tag und die kühle Brise in der Nacht, die Regenarmut aber auch die Urgesteinsverwitterungsböden sorgen für ein einzigartiges Terroir in diesem, mit nur 500 mm Jahresniederschlagsmenge, größten Trockental der Alpen. Auf den Südhängen des Tales zieht sich eine trockene Steppenvegetation hin und schon die Römer haben hier wasserführende Waale (Bewässerungskanäle) angelegt, die in neuerer Zeit durch Rohrleitungen ersetzt wurden.
Temperaturschwankungen, Böden und Höhenlagen ermöglichen hier den Anbau verschiedenster Weine, von Riesling bis Weißburgunder, von Veltliner bis zu den beiden autochthonen Sorten Gewürztraminer und Fraueler. Unter den Rotweinen dominieren Blauburgunder und Vernatsch.

Morgens fahren wir den Vinschgau hinauf nach Partschins. Im Gegensatz zu anderen Regionen wird der untere Vinschgau von kleinen Obstbaubetrieben und Kellereien einzelner Weinbauernhöfe geprägt.
Im Schlossweingut Stachelburg empfängt uns Baron v. Kripp. Die Stachlburg ist eine typische Tiroler Dorfburg aus dem 13. Jahrhundert und ist seitdem stets im Familienbesitz geblieben. Im Jahr 1998 stellte Sigmund Kripp, nach Lehr- und Studienjahren in Deutschland, den gesamten Betrieb (Obst- und Weingärten) auf biologischen Anbau um. Eines seiner Lieblingsprojekte – die frisch instand gesetzte vierhundert Jahre alte Torgel (Kelteranlage) im Keller der Stachlburg. Freuen wir uns auf interessante Gespräche und spannende Verkostungen.

Anschließend geht es zurück nach Meran. Meran hat sich nicht nur als „das Südtiroler Kurgebiet“ par excellence einen weltweiten Namen gemacht. Auch als Weinbauregion haben Meran und die umliegenden Weinbaudörfer Algund, Dorf Tirol, Schenna, Marling und Lana ihren ganz eigenen Charakter.
Auf knapp 200 ha wird der "Südtirol Meraner" mit den verschiedensten Spielarten der Vernatschrebe angebaut. Gehaltvolle und bekömmliche Weine sind das Ergebnis. Vor allem aber ist es eine Traube, die Meran berühmt gemacht hat. Die Meraner Kurtraube, eine Großvernatschtraube von ganz besonders süßer Reife und knackiger Frische,

Mittagspause und Zeit zur freien Verfügung in Meran.
Gelegenheit zu einem Stadtbummel in der wunderschönen Kurstadt aus der Zeit der Donaumonarchie. Auch Prinzessin / Königin Sissi hat es hier sehr gut gefallen – zweimal war sie hier zu Gast und hat damit den Wiener Adel nachgezogen, der mit seinen Villenbauten vor allem den Stadtteil Obermais geprägt hat.

Nachmittags sind wir zu Gast in der Sektkellerei Arunda-Sekt in Mölten, einem Gebirgsort, um den herum die Kühe grasen. Perfekt gelegen für Bergwanderungen – aber – für eine Sektkellerei?

Auf 1.200 Meter, hoch oberhalb von Terlan gelegen, hat sie den Ruf als die am höchsten gelegene Sektkellerei Europas. Ihr Inhaber, Josef Reiterer, gilt als Pionier und erfahrenster Sektproduzent Südtirols. Seine Sekte gehören zum Besten, was Südtirol zu bieten hat. Alle werden, wie Champagner, im klassischen Flaschengärungsverfahren handgerüttelt hergestellt.
Von manchen Selektionen werden gerade einmal 500 bis 800 Flaschen im Jahr produziert. Als erster in Südtirol und als einer der ersten in Italien produzierte Josef Reiterer hochwertigen Bio-Sekt, und auch hier zeigt sich die Klasse seiner Sektmarke Arunda. Der 'Parlein' hat schon früh Maßstäbe in Sachen Südtiroler Bio-Schaumwein gesetzt. (F/A)

6. Tag

Besuch der Südtiroler Weinstraße im Unterland.

Die Südtiroler Weinstraße im Unterland wird geprägt durch Gewürztraminer und Spätburgunder an den Hanglagen und Chardonnay in den fluvialen Tallagen. Im Bezirk Überetsch-Unterland treffen alpenländische Traditionen und mediterranes Lebensgefühl aufeinander – umrahmt vom Hochgebirge.
Die Region liegt im äußersten Süden Südtirols und das Landschaftsbild wird von Weinbergen, Obstgärten, saftigen grünen Wiesen und historischen Bauten im „Überetscher Stil“ dominiert. Im Bezirk Überetsch-Unterland fließen die Etsch und der Eisack zusammen und die Südtiroler Weinstraße nimmt hier ihren Anfang. Die älteste Weinstraße in Italien!
Traditionelle Weindörfer wie Kurtatsch, Margreid, Eppan und Tramin ziehen sich an den sonnenverwöhnten Hängen der Region entlang. Das Anbaugebiet entlang der Südtiroler Weinstraße ist das größte in der Region. Es umfasst eine Gesamtfläche von 4.249 Hektar.
Bedingt durch die unterschiedlichen Lagen von 200 bis 1.000 Metern Meereshöhe stehen dem Winzer die ganze Bandbreite des Mikroklimas sowie charakteristische Böden auf Kalk- und Porphyrgrund zur Verfügung. Eine beeindruckende Vielfalt an Rebsorten zeichnet die Anbaugebiete von Bozen über Nals bis nach Salurn aus. Lagrein, Gewürztraminer und Vernatsch, der als „St. Magdalener“ oder „Kalterersee“ angebaut wird, haben ihre Wurzeln in diesem Teil des Landes. Neben diesen autochthonen Rebsorten fühlen sich mittlerweile auch Rebsorten von Weltruf, wie Weißburgunder und Blauburgunder, an der Südtiroler Weinstraße heimisch. Insgesamt finden sich 28 verschiedene Weinsorten, die in der Regel trocken ausgebaut werden, mit Ausnahme der Passiti (Süßweine), die meist alkoholreich sind (zwischen 12,5 bis 15% Vol.).

Südtirol ist neben seiner Weinkultur auch als „Obstgarten“ Italiens bekannt. Nun Obst ist bekanntermaßen sehr gesund, aber in flüssiger Form als „Obstbrand“ auch eine sehr feine Sache. Eine der führenden und sehr angesehenen Obstbrennereien ist Psenner in Tramin.

Heute sind wir dort angemeldet, um uns die Brennerei anzuschauen und eine Einführung in die Welt der Destillate und Grappa (so wird generell Schnaps in Südtirol bezeichnet) zu erhalten.

Die Geschichte der Brennerei Psenner beginnt mit ihrem Gründer Ludwig Psenner, der 1920 in der Nähe von Tramin geboren wurde. Schon in jungen Jahren war er sehr interessiert die Brennkunst zu erlernen. Dank seiner natürlichen Begabung setzte er schon im jungen Alter von 27 Jahren seinen ersten Wasserbad-Brennkolben in Betrieb, um selbstständig Grappa zu produzieren. Der Grundstein zur Brennerei Psenner war gelegt. In den 50iger Jahren war die Brennerei Psenner bereits einer der größten Produzenten von Williamsbirnenbrand in Europa und die Nummer eins in Italien. Zu jener Zeit entschloss sich Ludwig die Fachwelt mit einer äußerst originellen Idee zu überraschen: die Birne in der Flasche. Die Birnen wachsen in jenen Flaschen heran, die dann später zur Abfüllung des Obstbrandes dienen. Eine geniale Idee und der Beginn einer großen Tradition, die Schule gemacht hat. In Psenners 70 ha großen Obstgarten wird heute noch das ursprüngliche Verfahren angewandt.

Anschließend geht es zu Alois Lageder, einem der berühmtesten Winzer Südtirols und Pionier des Südtiroler Qualitätsweins, der schon fast Kultstatus genießt.
Naturnahe, umweltschonende Rebkultur ist ein persönliches Anliegen von Alois Lageder, der nun mit seinem Sohn Clemens in fünfter Generation das Weingut führt. 2007 konnte die Umstellung aller gutseigenen Weinberge auf biodynamischen Anbau abgeschlossen werden. Alois Lageder ist zudem der Präsident der italienischen Demetervereinigung. Er wird uns sein Weingut persönlich vorstellen.
Auch in die Kellertechnologie des Hauses Lageder fließen ökologische Beweggründe ein. Gute Kellertechnik versucht lediglich die im Weinberg gewachsene Qualität der Trauben zu erhalten und schonend zu begleiten. Das neue Kellereigebäude der Bozener Architekten Abram & Schnabl wurde 1995 in Betrieb genommen und ist in Südtirol ein hervorragendes Beispiel für eine nachhaltige Bauweise in Funktion und Material.

Auf einer Führung durch den Weinberg, den modernen Keller und den historischen Ansitz Löwengang erfahren wir über Herrn Lageder von der Philosophie biologisch-dynamischer Anbauweise. Mittagessen im Weingut.

Als nächstes steht als finaler Höhepunkt ein Besuch der architektonisch sehenswerten Kellerei Tramin auf dem Tagesprogramm. Die 1898 gegründete Kellereigenossenschaft Tramin zählt zu den führenden Kellereien Italiens, die intensiv fruchtbetonten Weine genießen höchste internationale Anerkennung.

Tramin gilt als die Heimat des Gewürztraminer, eine der ältesten Reben der Welt mit floralem Charakter. Aus jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen geht hervor, dass der Traminer mit großer Wahrscheinlichkeit als Ur-Burgunderrebe aus Georgien / Kasachstan der Ahne einiger der ältesten Rebsorten ist.

Sehr stolz ist die Kellerei auf ihren Kellermeister Willi Stürz – zum Kellermeister Italiens gewählt! - dessen Gewürztraminer wie z.B. der kräftige, elegante Nussbaumer, der 17 mal mit 3 Gläsern im Gambero Rosso, dem wichtigsten Weinführer Italiens, ausgezeichnet wurde und damit der meistprämierte Gewürztraminer Italiens ist). Oder der Gewürztraminer Spätlese Terminum 2010, welcher als einer der besten Weine der Welt bezeichnet wird und der nur in Jahren mit bestem Traubenmaterial gekeltert wird. Und dann wäre da noch der Gewürztraminer Epokale 2009, der von Robert Parker’s Wine Advocate mit der Höchstnote von 100 Punkten ausgezeichnet wurde. Es war das erste Mal seit der Gründung des Wine Advocate, dass ein italienischer Weißwein 100 Punkte erhielt. Neben dem Gewürztraminer produziert man aber auch andere weiße und rote Qualitätsweine sowie Passito, die hier unter hervorragenden Bedingungen gedeihen. Mit ca. 1,8 Millionen Flaschen im Jahr erzeugt Kellermeister Willi Stürz mit seinen Weinbauern von Tramin reinsortige Qualitäts-Weine und Cuvées.

Ein ganz besonderes Erlebnis bietet die Architektur dieser Genossenschaftskellerei, die zusammen mit Teilen der alten Traminer Kellerei zu einem architektonischen Meisterstück modernisiert und Anfang 2010 eingeweiht wurde. Dank einem architektonischen Zusammenspiel, bei dem Vergangenheit und Zukunft, Holz und Eisen, Glas und Beton, Transparenz und Geschlossenheit in schönster Weise harmonisieren, wurde hier ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das sich „sehen lassen“ kann. Dank Umsicht und Sensibilität verschmilzt der Neubau auf sehr sensible Weise mit seiner Umgebung und bildet gleichzeitig eine eindrucksvolle städtebauliche Empfangssituation für den Weinort Tramin.

Von außen betrachtet überrascht das Gebäude durch Formen, die den Reben nachempfunden sind; von innen erlebt man die Aussicht in die Landschaft, während die Nutzflächen so gegliedert sind, dass der Besucherstrom und der Arbeitsfluss auf getrennten Ebenen ablaufen. (F/M/A)

7. Tag

Rückreise nach Deutschland.

Um 9 Uhr Abfahrt vom Hotel in Richtung Brenner. Ankunft in Neustadt gegen 17 Uhr. (F)

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